Montag, 22. April 2013

Ein Tag im Wald!

Hallo zusammen,

am vergangenen Freitag war es mal wieder so weit: Aussendienst, will heissen ich war draussen, für Produktbilder, Videos und Tests. Es war ein schöner, wenn auch etwas trüber tag, der krönende Abschluss war jedoch ein besuch meiner Frau und meines Sohnes “am Arbeitsplatz”

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Mein neues Spielzeug Smiley

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Auch neu Zwinkerndes Smiley

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Happa-Happa von www.outdoor-food.de

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Meine Frau probiert das Allemans aus!

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Probeunterschlupf

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Für richtig mieses Wetter

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Der Autor (auszugsweise)

Dienstag, 9. April 2013

SRK Re-Armed - Instand setzen statt neu kaufen!


Hallo,
im Frühling des vergangenen Jahres habe ich von einem Freund ein altes ColdSteel SRK (Survival-Rescue-Knife) CarbonV bekommen. Das Teil war 18 Monate in Afghanistan und wurde da bei Rettungseinsätzen malträtiert. Ich weiss nicht, was die PJs damit gemacht haben, aber eine Tätigkeit die der Vorbesitzer erzählte umfasste das aufbrechen eines PKWs, um den eingeklemmten Fahrer zu verarzten! Als das Messer ankam, war die Klinge unglaublich verranzt und verhaut, die Scheide verklebt, zerschrammt und frontal gesplittert (ich habe leider von da keine Bilder mehr).

Da mir die Haptik sehr zusagte, überlegte ich mir, das ähnliche Fjällkniven A1 oder das Linder SuperEdge zu kaufen. Die dazu erstellen Beratungsthreads liefen aber dergestalt aus dem Ruder, dass ich keine Lust mehr hatte. Irgendwann kam mir dann der Gedanke "Ob Du ein neues kaufst oder nicht, das alte Messer hast Du, warum versuchst Du nicht es zu fixen?" Gesagt, getan, ich rückte der Klinge (Schneide) mit Feile, Sensenschleifstein und Schleifstein zu Leibe, fixte die Scheide mit Schwarzem Leinen und Heisskleber, packte Paracord und eine Tasche für einen kleinen Survivalkit auf die Scheide.Der Klingenrücken wurde modifiziert, um Funken schlagen zu können. Alles in allem war es ca 1 Tag Arbeit, ich bin ja Laie, und das Resultat ist ein Messer, das wieder Haare rasiert, einiges abkann und noch dazu eine Geschichte hat! Heute bereue ich es nicht mehr, kein Linder oder Fjällkniven gekauft zu haben! Ich habe Geld gespart, es musste nichts neues angeschafft werden und ich habe etwas übers schleifen gelernt (denke ich).


Dienstag, 19. Februar 2013

3 Tage im Februar

Hallo,
nachdem ich das das letzte Forentreffen des BCPs (für mich) relativ kurzfristig absagen musste (Grund war für mich, dass ich ich, nach einigen Vorfällen im privaten Umfeld, nicht sicher war, wie ich mit dem Reizüberfluss von ein Paar Dutzend Menschen klar komme) war ich, um trotzdem mal auf andere Gedanken zu kommen, mit einem Freund unterwegs. Unterwegs ist nicht unbedingt die beste Beschreibung, da wir auf einem bereits vordefinierten Lagerplatz aus waren. Wir haben das Glück, dass ein guter Freund von uns zugleich Forstbesitzer ist, wir daher einen uneingeschränkt (solange nachhaltig) nutzbaren Lagerplatz zur Verfügung haben. Unser Ziel war ein Lowtech Wochenende. Kein Kocher sondern Feuer, keine Instantsuppen sondern frisches Kochen, keine „Supply Chain“ via Aldi, sondern alles was wir brauchen wird in den 60L Rucksäcken in den Wald getragen.


Wir kamen am FR gegen 1500 an und gingen raschen Schrittes los, da es zum Lagerplatz ein knapper Kilometer bergan ging. Es lagen ca 20cm Schnee und außer einer Traktorspur kein Zeichen menschlicher Aktivitäten. Vor Ort erwartete uns bereits unser Freund und Gastgeber Martin, der uns auch einwies, welche Totholzbäume wir für Feuerholz schlagen durften. Zuerst wurden die Rucksäcke abgelegt und die Ressourcen gesichtet, da wir immer wieder Mal Ausrüstung direkt am Lagerplatz deponieren. Vom Wetter her bewährte sich tagsüber die Kombination aus Funktionswäsche (schnell trocknend), Woolpower Longsleeve (wärme regulierend/isolierend) und einer PCU Jacke (reiner Windschutz / Nässeschutz) als Torsobekleidung und Softshellhose mit hohen Stiefeln als Beinkleid. Auf dem Kopf sass entweder die leichte Balaclava oder eine Wollmütze.

Mittels Lawinenschaufel wurden die Lagerplätze und die Feuerstelle (Geschmolzener Schnee + Boden = Matsch) vom Schnee befreit, danach die Tarps gegen den Wind aufgespannt. Da ich vor hatte nur mit Jervenbag und Kleidung zu schlafen, habe ich mich für eine Aufbauvariante mit 270° Windschutz entschieden! Der nächste Schritt war das Feuer. Aufgrund des felsigen Untergrundes, der durch gefroren war, entschieden wir uns, das Feuer auf ebener Erde zu machen. Also wurde zuerst eine Basis aus dicken Scheiten gelegt, darauf Zunderreisig und Kleinholz und darum dann eine Blockhütte aus Scheiten.

Gegen Abend wurde es deutlich kälter, weshalb die Softshell mit einem Primaloft Pullover „wärmewertgesteigert“ wurde. Das Abendessen bestand aus selbst gekochter Kartoffelsuppe mit Würstchen, Tee und einem Müsliriegel zum Nachtisch. Im letzten Tageslicht / Dämmerlicht wurde noch der Reisig und das Anzündholz für den nächsten morgen vorbereitet. Der Abend klang am Lagerfeuer, bei Kaffee, Schokolade und ein paar Bratwürsten am Spiess aus. Der Plan, direkt am Feuer zu schlafen wurde von heftigem Schneefall zunichte gemacht, sodass wir gegen 2200h in den Schlafsäcken lagen und dem Schnee zuhörten.

Am folgenden Morgen wurden wir von abgehenden Lawinen auf den Tarps geweckt, es hatte ca nochmals 2cm Neuschnee gegeben und war deutlich kälter geworden. Nach dem Frühstück (Vollkornbrot) und Müsli war klar: Tagesaufgabe ist Feuerholz. An dem Tag wollten wir Fleisch grillen, dafür musste Glut her und das erforderte ein kontrolliertes abbrennen. An Holzwerkzeug hatten wir ein Handbeil, einen „Bush-Hawk“ den ich mir habe fertigen lassen sowie eine Bügelsäge und unsere Messer. Da mit Beilen 30cm dicke Scheite schlecht zu spalten sind und sich ein Feuer auch nicht mit Reisig erhalten lies (jedenfalls nicht nachhaltig) nutzen wir die Chance, einen Bushcrafttrick anzuwenden: Den aus Hartholz geschnitzten Spaltkeil. Es war ernüchternd: Manche Scheite teilten sich, wie Moses das Wasser, andere (und die waren in der Mehrzahl) klammerten sich zusammen wie der Teufel an des armen Sünders Seele! Als unser Kamerad mit einer Spaltaxt erschien sah die Welt wieder Anders aus und bestätigte wieder das alte ITler Motto: Dedizierte Lösungen für dedizierte Probleme! Während weniger aktiver Phasen wurde eine Snugpack Sleeka über gezogen, so kam es nie zu frösteln oder gar frieren. Zwischendurch war auch Zeit, um ein wenig zu basteln, so entstand ein kleiner Teller, in Brandtechnik.

Das Mittagessen in Form von Erbsensuppe mit Brot wurde von einem unschönen Wetterwechsel begleitet: Der Schneefall blieb, aber das Thermometer stieg auf 2°+. Dennoch nutzte ein Freund den Tag und besuchte uns im Wald. Das Abendmahl bestand diesmal aus Fleisch, gegrillt und gebraten sowie einer Sammlung aus Brat- und Wiener Würsten vom Feuer, in der Glut zubereitet. Nachdem uns unsere Gäste wieder verließen, bereiteten wir wieder das Feuerholz für den letzten Tag vor, ließen den Tag wieder mit Tee ausklingen und waren wieder um 2200 in den Schlafsäcken. Das folgende Morgengrauen war besonders grau, Schneeregen, Nebel und Matsch bestimmten das Lager. So beschlossen wir, den Tag relativ rasch zu beenden, beschränkten das Frühstück auf Brot und Wurst, reinigten unsere Ausrüstung, bunkerten das verbliebene Feuerholz für nach uns kommende Lagernde, löschten das Feuer sorgfältig und machten uns auf die Heimreise.

Unser Ziel, das LowTech Wochenende, entschleunigtes im Wald sein, haben wir erreicht, es war entspannend aber auch herausfordernd. So zeigte sich, dass bestimmte Techniken sicher im Experiment funktionieren, im Tagesgeschäft aber böse Zeitkiller sein können. Es zeigte uns auch, dass eine Reduzierung auf das Wesentliche eine Potentierung des Angenehmen, in unserem Fall leckeres Essen statt Komfortlösungen, zur Folge haben kann. Auch wurde uns, sehr hart, vor Augen führt, dass nicht die beste, die teuerste oder umfangreichste Ausrüstung zum Ziel führt. Sondern schlicht die, die den Anforderungen am besten und kompromisslosesten entspricht!

Das Hauptziel, das Abschalten von all dem Trubel, kam eher als Nebeneffekt, was der Erleichterung freilich keinen Abbruch tut!

Mittwoch, 19. September 2012

Erfahrungsbericht: Tops "Brothers of Bushcraft Fieldcraft" Messer

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Hallo zusammen, ich war seit langem auf der Suche nach einem Outdoormesser, das ich legal führen kann und das alle anfallenden Arbeiten, grobe wie feine, in Wald, Feld und Flur erledigt. Nach längerer Suche schwankte ich dann zwichen einem K-Bar Becker und dem Tops "BOB". Bob steht für "Fieldcraft by Brothers of Bushcraft", BOB ist eine Bushcraft Gruppierung aus den USA und Kanada, zu denen u.a. der auch bei uns bekannte John Campbell aka "Arizona Bushman" gehört.

Da ich mit einem weiteren BOBler, Caleb "Oz" Musgrave aus Ontario öfters Kontakt hatte, quetschte ich ihn über das "Fieldcraft by BOB" und seine Beteiligung aus. Das Konzept und die Idee dahinter sagte mir sehr zu, ebenso die technischen Daten, also wurde es bei www.outdoormesser.de bestellt. Seit Juli nutze ich das "Fieldcraft" nun und hier möchte ich meinen Erfahrungsbericht mit euch teilen.

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Fakten und Daten:

  • Klingenstahl: 1095er High Carbon, HRC: 56-58 
  • Klingenstärke: max .ca. 4,5 mm; 
  • Klingenlänge (mittig): ca. 11,8 cm, davon geschliffen: ca. 11,4 cm; max. Klingenbreite: ca.3,1cm; Gesamtlänge: ca. 24,9 cm; 
  • Grifflänge: ca. 12,5 cm; Griffmaterial: Linen Micarta, hellbraun, 
  • Scheide: Kydex mit Gürtelclip und Clip für Feuerstarter 
  • Messergewicht ohne Scheide: ca. 270g, Messergewicht mit Scheide + Feuerstarter: ca. 380 g.
  • Lieferumfang: Messer, Survivalpfeife, Feuerstahl, Scheide mit Clip und Echtheitszertifikat

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Design: Das "Fieldcraft" ist in Fulltangbauweise gebaut und sehr wuchtig, wenn man es mit ähnlich aufgebauten Messern wie dem ESEE RC4 vergleicht. Die Klinge mit modifizierten Scandi-Anschliff ist über den Anschliff blank poliert und über den Rest beschichtet. Sie verfügt weder über eine Sägezahnung noch über Wellenschliff oder anderes PiPaPo. Ab Werk ist sie sauber abgezogen. Die Scheide ist aus schwarzem Kydex und wird mittels eines stufenlos drehbaren Stahlclip am Gürtel, Rucksack oder Tragesatz befestigt.  Der Clip ist leider nicht abnehmbar, wirkt aber sehr wertig und sicher. Der mitgelieferte Feuerstahl besteht aus drei einzelnen Stäben (2x Magnesiumzunder + 1x Ferrocium Stab zum zünden) und rastet sicher in der Scheide ein.

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Auffälliges: Neben der sehr schlanken Scheidenform hat das Fieldcraft einige Besonderheiten, die auf das Konto der Jungs von BOB gehen: Zum einen besitzt die Angel am hinteren Ende eine Aussparung, als Striker für den Feuerstahl nutzbar, zum anderen sind in den, wirklich schönen, Micartagriff, zwei Vertiefungen eingelassen. Diese sollen als Widerhalt / Handauflage beim Feuerbohren dienen. Leider konnte ich dieses interessante Feautere im Alltagsgebrauch noch nicht testen, aber die Vertiefungen stören im Gebrauch auch nicht im geringsten! Auch der, nicht austauschbare, Gürtelclip hat etwas besonderes an sich: Er rastet nicht, wie bei anderen Messern, in verschiedenen Positionen ein, sondern ist frei drehend auf einem massiven O-Ring gelagert. Dadurch kann das Messer jederzeit neu positioniert werden, ohne das Werkzeug oder eine Demontage notwendig wäre. Aufrecht, upside-down, waagrecht -ala Wikinger-, alles ist mit einem Handgriff einstellbar.

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Erfahrungswerte: Ich habe das Messer bereits mehrmals im Gebrauch gehabt, sowohl auf Tagestouren als auch mehrtägige Touren in den Alpen und knapp eine Woche Lager. Ich habe damit entastet, gespalten, filetiert, Gemüse geschnitten, Balken gespalten, eine Figure-4 Falle gebaut, Kleinholz und Feathersticks gemacht, war alles tadellos. Ich hab die Schneide nach den Touren pro-forma abgezogen, aber ein echtes Nachschleifen war bisher nicht nötig. Die Schnitthaltigkeit ist bisher top, ich würde sie über der eines ESEE Messers und knapp under einem Peltonen einordnen. Die drehbare Scheide hat sich sehr gut bewährt, ich konnte das Messer sogar in Verbindung mit dem Beckengurt meines Becker Patrol Packs tragen, ohne Beeinträchtigung des Tragekomforts.

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Wo Licht, da auch Schatten:  Leider ist der mitgelieferte Feuerstahl zwar tauglich, aber mit dem Rest des Messers hält er leider nicht mit. Die Kerbe für den Feuerstahl musste ich auch ein wenig nachpolieren, dass sie richtig zündet, das sollte bei einem Messer der Preisklasse eigentlich nicht sein. Wer ein Wartungsfreies Messer sucht, sollte auch lieber zu Fällkniven greifen, das "Fieldcraft" benötigt hin und wieder zarte Pflege in Form von Öl und Lappen.

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Mein Fazit: Das "Fieldcraft ist ein schönes und rundum gelungenes Feldmesser, mit einigen sehr sinnigen Detaillösungen und ein paar Schönheitsmacken. Persönlich muss ich sagen, dass ich bei dem doch recht gehobenen Preis solche Fehlerchen nicht erwartet hätte, unterm Strich bin ich aber mit meiner Anschaffung sehr zufrieden. Empfehlen würde ich das Messer all jenen, die ein Outdoormesser(!) suchen, das Werkzeug, nicht Spielzeug sein soll. Abraten würde ich vom Fieldcraft all jenen, die ein 24/7 Kampfmesser suchen oder im Hochseebereich (Fischen, etc) tätig sind, hier könnte die Klinge aus 1095er Carbonstahl ein böser Stimmungskiller werden.

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© 2012 Huginfell.de / Walter Ruf

Montag, 4. Juni 2012

No Bull***it Survivalkit

Um eine abgedroschene Phrase zu bemühen: Die Geschichte der SurvivalKits ist eine Geschichte voller Missverständnisse! Vor allem aber eine der Mythen, Legenden und Dogmen. Ein gutes Beispiel ist das Schreibzeug, dass jedem kommerziellen Kit beiliegt: Sind wir mal ehrlich, ein Set das uns alles, was wir für unser Testament benötigen, bietet - wirkt wenig lebensbejahend und motivierend, oder?


Zuerst vielleicht etwas Grundlagenforschung: Was ist Survival denn? Viele verbinden mit dem Begriff den Flugzeugabsturz auf einer Pazifikinsel, auf der u.U. sogar noch Überlebende der kaiserlich-japanischen Armee tummeln, die nicht wissen dass der WK2 längst vorbei ist. Tatsache ist aber, das der Begriff einfach in ein Dogma ala “Rambo alleine im Wald” gepresst wurde. Der Hintergedanke des Szenewortes “Survival” ist, das meistern einer unvorhergesehenen, meist unangenehmen, Situation auf bestmögliche Weise. In den USA kommen die “Surviver” immer mehr von dem Begriff “Überleben” weg, hin zu “auf sich selbst gestellt sein” und “Vorausplanung” (“self reliance and prepping”), was es um Welten besser beschreibt! 

Wie definiert sich eine “Überlebensituation” denn nun? Das Schema ist sehr einfach: 
Man geht einer Tätigkeit nach >> Es geschieht etwas unerwartetes >> Man muss die Lage meistern, um wieder bei der alten Tätigkeit anknüpfen zu können. 
Beispiel: Reiturlaub im Schwarzwald >> Pferd scheut, man stürzt, verstaucht sich den Knöchel >> Man verbindet den Knöchel, kühlt die Schwellung, sucht die nächste Straße, lässt sich ins Krankenhaus fahren >> Wiederaufnahme des Urlaubes 

Wichtigste Basis für Planungen: Die “Dreierregel”, sie besagt, dass ein Mensch grob für 3 Minuten ohne Luft, 3 Stunden ohne Schutz vor Kälte / Hitze, 3 Tage ohne Wasser und 3 Wochen Wochen ohne Nahrung auskommen kann. Die Rechnung geht von einem trainierten, gesunden Mensch aus, um Puffer zu haben schraube ich das für den folgenden Artikel etwas runter. Es ergeben sich drei Eskalationstufen, für die wir Ausrüstung planen werden: 
- Unmittelbare (bis 2 Stunden) 
- Kurzfristige (2 Stunden bis zu 3 Tage) 
- Langfristige (3 Tage bis zu 2 Wochen und darüber hinaus) 

Grob gesagt kann man das in einem Satz wie folgt zusammenfassen: Wer es sicher aus einer Situation geschafft hat und für den Rest des Tages sicher ist, sollte abschätzen ob er binnen 2 Tagen aus der Situation raus kommt, oder sich nach Wasser umsehen und, so es sich abzeichnet, dass es ein längerer Aufenthalt wird, auch um Essen kümmern muss. Die Ausrüstung sollte mit Hinblick auf die zu erwartende Situation ausgewählt werden. Ein Buschmesser ist in der Sahara sinnlos, ein Leatherman am Amazonas ein lächerlicher Zahnstocher und ein feststehendes Messer über 12cm Klinge in der BRD nicht nur rechtlich problematisch, sondern auch unnötig! 
Das wichtigste Werkzeug ist die Taschenlampe, denn nichts ist peinlicher, als Petrus erklären zu müssen, dass man den Unfall im Schwarzwald zwar überlebt hat, aber dann im Dunkeln über die Klippen des Feldberges gestürzt ist! Danach kommt der Kompass, denn wir erinnern uns: Wir wollen raus aus der Natur! Und da ist der schnellste Weg (ohne im Kreis laufen) der beste! An dritter Stelle kommt dann das Messer. Und danach der Rest, der sich am Bedarf orientiert. 

Je nach (zu erwartender) Situation muss der Survivalkit gestrickt sein. Als Faustregel kann man sagen, dass je länger die Situation anhält, desto weniger Fertiglösungen werden benötigt und desto mehr Hilfsmittel für selbst erstellte Lösungen werden gebraucht. 
Beispiel: Unmittelbar reicht mir ein Regencape, kurzfristig schlafe ich unter einem Tarp aber langfristig brauche ich ein Beil für eine feste Unterkunft. 
Daraus folgt, mit jeder Eskalationsstufe bewegt sich der Fokus des Inhaltes weg von Ausrüstung hin zu Werkzeug. Ein Set muss immer folgende Punkte abdecken: 
- Orientierung 
- Werkzeug 
- Schutz
- Wasser 
- Wundversorgung 

Und dies lässt uns nun konkret zur Zusammenstellung unserer Kits kommen: 

Kit für unmittelbare Eskalation 
Unmittelbare Situationen sind zwar nur von kurzer Dauer, können aber trotzdem an die Substanz gehen und die schönste Tour fehlschlagen lassen. Typische Beispiele sind vergessene Ausrüstung, Wetterwechsel, Verletzungen und Defekte. Das hier ist die Basis, auf die alle Sets aufbauen. Die anderen Sets sind auf einander aufbauend, können aber auch individuell genutzt werden, dieser Kit sollte immer dabei sein. Was folgt ist, was jederzeit am Mann sein sollte: 
  • Kleiner “da ist Norden” Kompass, LED Lampe mit Schlaufe (z.b. mit Karabiner an der Hose getragen. 
  • Stabiles kleines Messer (Leatherman, SAK, etc) 
  • Feuerstahl & Zunder (Wachsgetränkter Tampon) 
  • Pfeife 
  • Rettungsdecke 
  • Wundversorgung: Kleiner Erste Hilfe Set, Schmerzmittel, Allergiepass, Zeckenzange/Pinzette,  Alkopads 
  • Funktionsfähiges Mobiltelefon mit gutem, voll geladenen Akku, idealerweise mit GPS und Möglichkeit per eMail die Position zu versenden. 


Kit für kurzfristige Eskalation 
Diese Eskalationsstufe ist die häufigst Anzutreffende und zugleich die, die alle kommerziellen Survivalkits bedienen (wollen). Sie deckt die “Klassiker” der Worst-Case Szenarios ab: Verletzung, Orientierungslosigkeit, Unfall / Ausfall des KFZ. Hilfe / die Lösung ist meist greifbar, man muss aber Zeit überbrücken oder Probleme lösen, die der Lösung im Wege stehen. Oft ist man auf Hilfe von Außerhalb angewiesen. 
Die Basis ist hier: 
  • Zwei Rettungsdecken, 2x3m Malerplane, 10m Nylonschnur 
  • Stirnlampe, Ersatzbatterien, Kompass mit Peilfunktion 
  • Feuerstahl, Wachszunder, Einwegfeuerzeug 
  • Metallbecher (z.b. von Schweiz. Feldfasche), Plastiklöffel 
  • Feststehendes Messer, Fallschirmschnur, Bindedraht, Heissklebestift, 8 Nägel 10cm, Sicherheitsnadeln, Schleifstein/Abziehstein 
  • Fliegersichtzeichen (1x1m leuchtrot, PVC), Distress Marker (Leuchtsignal), evtl Notfackel 
  • 8 Brühwürfel, 4 Beutel Reis, Kamilletee, Zucker (evtl Honigportionen von McD) 
  • Desinfektionmittel, Verbandspäckchen BW, Dreiecktuch, Fenistil, entzündunghemmende Pastillen, Kamistad Gel, Schmerzmittel (vom Hausarzt beraten lassen), Immodium Akut, Coffein Tabletten (Wechselwirkung beachten), Ballistolöl 
  • Wasserfilter (oder mindestens Mikropurtabletten oder Romintropfen), faltbare Wasserflasche. 
Kit für langfristige Eskalation 
Ein solches Set ist selten benötigt, soll aber der Vollständigkeit halber behandelt werden. Es ist eher auf Regionen der Welt ausgerichtet, die weitläufiger und weniger dicht besiedelt sind (Amerika, Zentralasien, Afrika, etc) oder auf berechenbare Situationen (Flucht, Ausweichen, Katastrophen). Der Set sollte folgendes beinhalten und baut auf dem Set für kurzfristige Eskalation auf. 
  • Schlafsack bis -10°C (Kunstfaser oder gute Daune), 2x dickesTarp 3x3m, Isomatte PU Schaum 
  • Rucksack, 60L, mit Gestell (Alice Pack)
  • Nässeschutzkleidung, warme Jacke (Kunstfaser oder Schurwolle), Wollmütze, Ersatzsocken, Thermohandschuhe 
  • Axt und Säge, kleiner Hobel, Klappspaten (Lawinenschaufel ab Oktober), Arbeitshandschuhe 
  • Kochgeschirr, Löffel, Pfanne, Wasserflaschen 
  • Reis, Nudeln, Milchpulver, gekörnte Brühe, Trockenfleisch, Dosenbrot, Marmelade, Käse, BP5, Panzerkekse 
  • 50m Nylonschnur, 15m Seil (500kg), Nägel, Draht, 20m Isolierband 
  • Verbandsmaterial, Gipsbinden, Stützverband, Breitenspektrum Antibiotika (man bedenke die Zielanwendung!), Medikamente aus dem Vorgängerset in ausreichender Menge. Vitamintabletten (Vitamin C, Magnesium) 
  • Dynamolampe, Solarpanel, Kerzen, Akkus mit Solarladegerät, Cyalume Leuchtstäbe 
  • Wasserfilter mit Ersatzelementen 
  • Kompass, Karte des Gebietes (GPS mit Batterien) 
Die Benennung der Einzelkomponenten habe ich bewusst unterlassen, da ich auch eine Nachdenken anstossen möchte über die Beschaffung der Teile und eigene Präferenzen. 

Generell gilt: Wer sich auf eine Tour gewissenhaft vorbereitet, seine Route hinterlässt, andere über sein Vorhaben unterrichtet, seinen Verstand gebraucht und nicht Cowboy spielt, wird die gröbsten gefahren schon mal umschifft haben. Wem das zu "Weicheimässig" ist, dem wird auch ein RayMears für die Hosentasche nicht helfen können!

Donnerstag, 29. März 2012

Rundweg mit Überaschungen


Tour bereitgestellt durch www.komoot.de

Nachdem daheim die Grippe und das Fieber grassiert hat mich meine Frau "aus dem Haus geworfen". Will heissen, weit weg von den Bazillen, damit ich mich nicht anstecke. Ich bin einfach mal los,, mal hier einen Abstecher, mal dahin und zum Schluss wieder auf dem alten Picknickplatz gelandet. Lustig fand ich, dass ich am Wegesrand eine verschlossene, gut erhaltene Dose Erdnussbutter aus US Rationen der 60er Jahre gefunden habe.